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Aktuelle Neuigkeiten aus dem Bereich Notfallrettung und NotfallmedizinHier halten wir Sie stets auf dem Laufenden über die neuesten Entwicklungen, Trends und Innovationen im Bereich der Notfallrettung und Notfallmedizin. Als erfahrener Sachverständiger ist es mir ein Anliegen, Sie regelmäßig über relevante Themen zu informieren. Seien es gesetzliche Änderungen, innovative Technologien im Rettungswesen oder besondere Ereignisse und Entwicklungen in der Notfallmedizin – in unserer News-Rubrik bleiben Sie stets gut informiert.
Wir teilen auch Einblicke in meine aktuellen Projekte, Fortbildungen und Veranstaltungen, um Ihnen einen umfassenden Überblick über meine Tätigkeiten zu bieten. So können Sie verfolgen, wie sich der Bereich der Notfallrettung entwickelt und wie ich als Sachverständiger aktiv dazu beitrage.
Prüfungsfehler in NotSan-Prüfungen sind selten spektakulär, aber oft entscheidend. - 23.06.2026
Ein Gutachtenauftrag, den ich im Zusammenhang mit einer Notfallsanitäterprüfung vor kurzem bearbeitet habe, zeigte sehr deutlich, wie entscheidend eine saubere Prüfungsdurchführung ist.Ein Prüfling hatte die praktische NotSan-Prüfung nicht bestanden. Auf den ersten Blick schien es um fachliche Defizite im Einsatzszenario zu gehen. Bei genauerer Betrachtung rückten jedoch ganz andere Fragen in den Mittelpunkt:
- Wer durfte eigentlich bewerten?
- War die Rollenverteilung im Prüfungsteam eindeutig?
- Waren die Bewertungskriterien vorher klar festgelegt?
- Und ließ sich anhand der Dokumentation nachvollziehen, warum die Leistung als nicht ausreichend eingestuft wurde?
Besonders interessant wurde es an einer Stelle im Prüfungsverlauf: Nach etwa 20 Minuten wurde der Prüfling sinngemäß darauf hingewiesen, er solle sich vorstellen, neben dem Patienten befinde sich eine größere Blutlache.
Das Problem daran: Eine solche Blutansammlung wäre in einem realistischen Szenario kein versteckter Nebenbefund, den man erst erfragen muss. Sie wäre unmittelbar sichtbar – und damit von Beginn an prüfungsrelevant.
Die spätere Argumentation, der Prüfling hätte danach fragen können, überzeugt aus meiner Sicht gerade nicht. Denn was offensichtlich wahrnehmbar sein müsste, darf nicht erst nachträglich als Zusatzinformation in das Szenario eingebracht werden.
Genau hier zeigt sich, wie schnell aus einer vermeintlich fachlichen Bewertung ein verfahrensrechtliches Problem werden kann. Wenn prüfungsrelevante Informationen nicht von Anfang an klar, nachvollziehbar und realitätsnah in das Fallbeispiel eingebunden sind, wird nicht nur die Bewertung angreifbar – sondern die gesamte Prüfungssituation.
Gerade aus gutachterlicher Sicht wird deutlich: Viele Streitfälle entstehen nicht erst bei der medizinischen Bewertung, sondern bereits bei Szenariodesign, Rollenverteilung, Dokumentation und Prüfungsablauf.
Mein Fazit: Gute Prüfungen brauchen nicht nur realistische Szenarien und fachlich starke Prüfer. Sie brauchen vor allem klare, faire und rechtssichere Strukturen.
Wenn Sekunden zählen, zählen auch Standards. - 23.06.2026
1. BGH, Urteil vom 15.05.2025 – III ZR 417/232. OLG Köln, Urteil vom 07.01.2026 – 5 U 115/24
3. OLG Brandenburg, Urteil vom 12.08.2025 – 2 U 36/23
4. VG Weimar / OVG Thüringen 2025 – Delegation bei Notfallsanitätern
Wenn Sekunden zählen, zählen auch Standards.
Die aktuelle Rechtsprechung zeigt deutlich: Rettungsdienstliche Verantwortung endet nicht beim Eintreffen an der Einsatzstelle – sie beginnt bereits in der Leitstelle und setzt sich über Disposition, Befunderhebung, Transportentscheidung, Übergabe und Dokumentation fort.
Drei aktuelle Entscheidungen sind aus gutachterlicher Sicht besonders bemerkenswert:
Der BGH hat 2025 klargestellt, dass bei grob fehlerhafter Disposition durch eine Rettungsleitstelle eine Beweislastumkehr zur Kausalität in Betracht kommen kann. Leitlinien und Indikationskataloge sind wichtig – sie ersetzen aber nicht die konkrete Einzelfallbewertung.
Das OLG Köln hat 2026 in einem außerklinischen geburtshilflichen Notfall entschieden, dass auch seltene Einsatzbilder notfallmedizinisch beherrscht werden müssen. Seltenheit schützt nicht vor Standardverletzung.
Das OLG Brandenburg hat 2025 erneut verdeutlicht, dass Rettungsdienst und Notarztdienst – je nach landesrechtlicher Ausgestaltung – hoheitlich geprägt sein können. Damit rückt neben der individuellen Medizin auch die Organisation des Systems in den Fokus.
Aus gutachterlicher Perspektive ergeben sich daraus fünf zentrale Prüfsteine:
1. War die Disposition lagegerecht?
2. Wurde der notfallmedizinische Standard eingehalten?
3. Waren Abweichungen nachvollziehbar begründet?
4. Wurde sauber dokumentiert?
5. War die Rettungskette organisatorisch belastbar?
Mein Fazit:
Rettungsdienstliche Qualität ist nicht nur eine Frage von Erfahrung, Engagement und Schnelligkeit. Sie ist auch eine Frage von Struktur, Schulung, SOP-Sicherheit, Kommunikation und Dokumentation.
Gerade für Gutachten gilt: Nicht der schlechte Ausgang allein entscheidet – sondern die Frage, ob im konkreten Moment fachlich vertretbar, strukturiert und standardgerecht gehandelt wurde.
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Rettungsdienst und Notaufnahmen zukunftsfähig gestalten – Gemeinsame Forderungen führender Fachverbände - 31.05.2025
Im Mai 2025 haben fünf zentrale Fachverbände der Notfallversorgung – BAND, BV-ÄLRD, DBRD, DGINA und der Fachverband Leitstellen – eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, in der sie eindringlich Reformen für den Rettungsdienst und die Notaufnahmen fordern. Die Erklärung richtet sich an die neue Bundesregierung, die angekündigt hat, innerhalb der ersten hundert Tage Gesetzesvorschläge zur Reform des Notfall- und Rettungswesens vorzulegen. Die Verbände unterstützen dieses Vorhaben ausdrücklich und betonen, dass strukturelle Anpassungen dringend notwendig sind, um die Notfallversorgung in Deutschland zukunftssicher zu gestalten.Hintergrund ist die zunehmende Belastung aller Glieder der Rettungskette – von der Leitstelle bis zur Zentralen Notaufnahme. Der Rettungsdienst sieht sich mit Unter-, Über- und Fehlversorgungen konfrontiert, was nicht nur die Versorgung der Patientinnen und Patienten gefährdet, sondern auch das Personal massiv belastet und gesellschaftlich hohe Kosten verursacht. Prognosen gehen von einem Anstieg der Einsatzzahlen um bis zu 50 % aus – ein „Weiter so“ sei daher keine Option mehr.
Die Stellungnahme enthält konkrete Forderungen an eine zukunftsfähige Notfallstruktur. So fordern die Verbände den verbindlichen Einsatz standardisierter Notrufabfragen, die Einbindung zusätzlicher Einsatzmittel wie Gemeindenotfallsanitäter, den Ausbau digitaler Systeme und die telemedizinische Unterstützung direkt in den Leitstellen. Gleichzeitig muss der Rettungsdienst um neue Versorgungsoptionen ergänzt, qualitätsgesichert organisiert und personell gestärkt werden. Auch die Zentralen Notaufnahmen müssten verbindlich mit qualifiziertem Fachpersonal besetzt, digital vernetzt und angemessen finanziert werden, um ihre zentrale Rolle in der Versorgungskette erfüllen zu können. Nicht zuletzt fordern die Fachgesellschaften einen gesetzlich verpflichtenden und medienbruchfreien Datenaustausch, eine flächendeckende Notfalldokumentation und eine Vorhaltefinanzierung, die sich an wissenschaftlichen Standards und dem tatsächlichen Bedarf orientiert.
Alle beteiligten Verbände erklären sich bereit, die dringend notwendige Reform beratend zu begleiten und aktiv mitzugestalten.
Die vollständige Stellungnahme ist online verfügbar unter:
www.band-online.de

